Fr 24. September 2021 — 17:00

ARTIVE cooperation lab

Eine Veranstaltung des KULTURBÄCKEREI e.V.
Werkhalle (EG)
Vortrag

Einlass

17:00

Beginn

17:00

Eintritt VVK

5 €
zzgl. Gebühren

Vorträge und Podiumsdiskussion

Zwei Tage zum Thema Künstler*innenkollektive und kooperative Arbeits- und Lebensmodelle. Gemeinsam Kunst machen, gestalten, zusammen arbeiten, wohnen, leben. Ideen zum Kollektiv und zum kooperativen Handeln werden präsentiert und zur Diskussion gestellt. Eingeladen sind zwei Künstler*innen-Kollektive, die Einblick in ihre Arbeitsweise geben, sich der Diskussion stellen und jeweils eine künstlerische Arbeit präsentieren und zwei Referenten, die das Thema theoretisch vertiefen.


KUZ Werkhalle
17:00 – 17:45 Vortrag Prof. Dr. Frank Adloff
17:45 – 18:00 Fragerunde Publikum
18:15 – 19:00 Vortrag Dr. Jan-Christoph Marschelke
19:00 – 19:15 Fragerunde Publikum
19:30 – 21:00 Diskussion Adloff | Marschelke | Anna Kpok | Deine Mudda

PROF. DR. FRANK ADLOFF

VORTRAG: Konvivialismus 2.0: Zusammenleben in und nach der Krise
Nichts sei seit der Corona-Krise mehr so wie zuvor, meinen viele. Wie kann man sich in einer solchen Situation ein gerechteres Zusammenleben und einen anderen Umgang mit der Natur vorstellen? Gibt es noch Auswege aus den zeitgenössischen vielfältigen gesellschaftlichen und ökologischen Krisenkonstellationen, was steht zu befürchten und was kann man noch hoffen?
Diese Fragen sollen vor dem Hintergrund des zweiten konvivialistischen Manifests diskutiert werden, das von annähernd 300 Wissenschaftler/innen und Intellektuellen diskutiert und unterzeichnet wurde. In der gegenwärtigen Krisensituation ist nichts dringender gefragt als eine Vorstellung davon, wie eine Zeit nach dem Neoliberalismus aussehen kann. Der Konvivialismus stellt eine politische Philosophie dar, die konsequent relational und pluriversal angelegt ist, die das Zusammenleben der Menschen untereinander und das Verhältnis zur Natur auf neue, glaubwürdige und überzeugende Grundlagen stellen möchte.
FRANK ADLOFF ist Professor für Soziologie im Fachbereich Sozialökonomie an der Universität Hamburg und Co-Leiter der dortigen Kolleg-Forschungsgruppe „Zukünfte der Nachhaltigkeit". Zuletzt ist von ihm erschienen: „Politik der Gabe. Für ein anderes Zusammenleben" (Hamburg: Edition Nautilus 2018).

DR. JAN-CHRISTOPH MARSCHELKE

VORTRAG: Geniale Gruppen? Einige Überlegungen zu Künstlerkollektiven
aus den Sozialwissenschaften
„Gemeinsam ist man stärker", heißt es, aber auch: „Zu viele Köche verderben den Brei". Die Frage, in welchem Verhältnis Individuum und Kollektiv stehen, ist eine Kernfrage der Sozialwissenschaften. Um die Dynamik gerade kleinerer Kollektive und die Frage, welchen Einfluss diese auf ihre Mitglieder ausüben, kümmerte sich lange Zeit gar eine eigene Subdisziplin, die Gruppensoziologie. Sind Gruppen besonders leistungsfähig oder nicht? Wie viel Inspiration und Stärkung kann der Einzelne aus dem Gruppendasein schöpfen, wie viel Konformitätszwang herrscht im Kleinkollektiv? Diese klassischen Fragen bekommen eine besondere Note, wenn es um Kunst geht. Denn große Teile der Kunstdiskurse werden nach wie vor beherrscht von der Idee und Norm des genialen Individuums.
Der Vortrag möchte einige aktuelle sozialwissenschaftliche Studien zu Künstlerkollektiven vorstellen, in denen zum einen die beiden Spannungsverhältnisse (Individuum vs. Kollektiv, geniales Individuum vs. geniale Gruppe) thematisiert werden, zum anderen aber auch Wege gesucht werden, Kollektivität neu zu denken.
JAN-CHRISTOPH MARSCHELKE ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an und Geschäftsführer der Forschungsstelle Kultur- und Kollektivwissenschaft an der Universität Regensburg. Er lehrt und forscht zu kultur- und sozialtheoretischen Perspektiven auf Kollektivität, Interkulturalität und Recht.

Der Verein Kulturbäckerei e.V.

Der Verein KULTURBÄCKEREI möchte ein Soziokulturelles Zentrum in der Mainzer Neustadt aufbauen und betreiben. Auf dem Areal der ehemaligen Kommissbrotbäckerei an der Rheinallee soll das Bäckerei-Gebäude an der Lahnstraße als Kunst-& Kulturhaus und als Stadtteilzentrum entwickelt werden, das im Wesentlichen zwei Bereiche beinhaltet: Kunst & Kultur und Soziales & Bildung. Im Fokus steht dabei der Austausch mit den Menschen vor Ort - interkulturell, vielfältig und generationsübergreifend. Bis zur Eröffnung des Gebäudes Mitte 2024 organisiert und realisiert die KULTURBÄCKEREI soziokulturelle
Projekte im öffentlichen Raum und Kunstveranstaltungen in Kooperation mit unterschiedlichen Kultureinrichtungen in Mainz.

KULTURBÄCKEREI – Initiative für ein Soziokulturelles Zentrum in der Mainzer Neustadt e.V.
06131.8948382 | info@kulturbaeckerei-mainz.de | www. kulturbaeckerei-mainz.de
Ansprechpartner: Jürgen Waldmann
Mit freundlicher Unterstützung: Ministerium für Familie, Frauen, Kultur & Integration des Landes Rheinland-Pfalz, Stadt Mainz, Zollhafen Mainz GmbH & Co. KG