Do 22. Oktober 2020 — 17:00

Owen Casey

Singer/Songwriter
Mainzer KulturGarten im KUZ
Konzert
Heute geschlossen

Einlass

17:00

Beginn

19:00

Eintritt

frei

Hallo Herbst! Die „Mainzer KulturGärten“ laden zur goldenen Jahreszeit weiterhin zum Open-Air-Erlebnis im Schlossbiergarten und im KUZ ein. Wir versprechen Euch einen goldenen-Open-Air-Herbst mit passendem gastronomischem Angebot in zwei der schönsten Biergärten von Mainz. Unsere Spielstätten bieten weiterhin ein breites Portfolio von Musik über Comedy und Theater. Mit Eurem Besuch helft ihr uns, für die Zeit nach der Krise die Existenz der Kultur- und Eventbranche zu sichern und deren Erhalt zu schützen. Wir freuen uns auf Euch!

UNSER HEUTIGES PROGRAMM

Ab 19:00 Uhr im KUZ: Owen Casey

Irland! Der Klang dieses Namens weckt ein leise schlummerndes Fernweh mit Bildern von majestätischen Steinschlössern, nebelverhangenen Tälern und pummeligen Schafen, die auf endlosen grünen Hügeln weiden… Palmen, Sandstrand und Reggae kamen mir dabei eher nicht in den Sinn – bis jetzt! Owen Casey, Sohn besagten Eilands, erschüttert so ziemlich alle Irland-Klischees und festigt meine Überzeugung, dass Reggae wahrhaft international ist. Mit seinem Debut The Dawning legt er ein ausgereiftes Roots-Album vor, das sich in den Reigen qualitativ hochwertiger Musik aus so unjamaikanischen Ländern wie Italien, Frankreich, Holland und Deutschland einreiht.
11 Titel sind drauf, keiner davon verzichtbar. Die musikalische Finesse sichern kleine und große Berühmtheiten der hiesigen Szene, unter ihnen Martin Kernegger am Keyboard, Michael “White Lion” Pahlich am Schlagzeug, Nigel Asher am Bass und Gitarrengott Rudy Valentino, der gleich die Rolle des Produzenten mit übernommen hat. Schön, wenn dabei solch Gute-Laune-Tracks wie Sweepstakes Winner herauskommen!
Das Werk besticht neben besagter Instrumentierung durch clevere Texte weitab jedweder Phrasendrescherei. Ein schönes Beispiel für Owens metaphorische Sprache findet sich in Eternal: “Eternal is the furnace that burns to keep our love alive” – da macht das Zuhören Spaß! Und wenn er sich dem in diesem Genre beliebten Kraut widmet, tut er das in seinem eigenen Bezugsrahmen (der in Me And Mary Johanna lyrisch an Jim Morrison erinnert), ganz ohne Rastafari-Anbiederung. Der junge Mann schlägt in dem bezeichnenden Stück Running From Reality zartere Töne an, ist aber nicht nur verträumt unterwegs. Er findet auch klare und kritische Worte zum aktuellen Weltgeschehen, wie in New Vibration: “It’s amazing how enough persuasion turns an invasion into a liberation.”
Die Stimme des Sängers bleibt dabei stets angenehm, ist nie zu laut, zu hoch oder zu gepresst – ein wenig Melancholie schwingt manchmal mit, ein bisschen Wehmut, aber er überstrapaziert dies nicht. Im Gegenteil, der ab und zu durchschimmernde Schmerz bringt uns den Künstler näher, macht seine Lieder greifbar… insgesamt also sehr sympathisch.